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Unser Denkteich

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          19.01.2018

          Künstliche Intelligenz – ersetzt unsere eigene Kreation uns Menschen?

          Diese Angst lese ich immer wieder zwischen den Zeilen, wenn ich in den Nachrichten höre, dass durch künstliche Intelligenz tausende von Jobs überflüssig, wir als Menschen also nicht mehr gebraucht werden. Oder ich den fast schon mythisch anmutenden Geschichten über die Möglichkeiten des Denkens und sogar Fühlens von mit künstlicher Intelligenz ausgestatteten Objekten folge.


          Diese Angst ist beileibe keine Geburt des digitalen Zeitalters. Wir erleben sie seit der Erfindung von und der Faszination mit Automaten im 19. Jahrhundert. Zum Beispiel in E.T.A. Hoffmanns Erzählung „Der Sandmann“, in der Olimpia, eine Holzpuppe, so täuschend „echt“ menschlich ist, dass ihr wahre Natur erst nach ihrer Zerstörung offenbar wird. Die Angst durch unsere eigenen Erfindungen vollständig ersetzbar zu sein und sogar von ihnen bedroht zu werden, ist auch Thema von zeitgenössischen Filmen wie „A.I. – Künstliche Intelligenz“ (2001) oder „Ex Machina“ (2015). Sie ist somit tief in unserer Kultur verankert.


          Gerade die stark emotionale Komponente verstellt aber häufig den Blick auf das, was künstliche Intelligenz zu diesem Zeitpunkt ist und kann. Künstliche Intelligenz findet Anwendung vor allem in Bereichen der Spracherkennung und Übersetzung, Bildwahrnehmung und –erkennung, Textergänzung, Datenanalyse und in der Optimierung von automatisierbaren Abläufen. In diesen Bereichen ist sie phänomenal erfolgreich. Hierbei zentral sind zwei Aspekte: Durch künstliche Intelligenz erschliessen sich zum einen völlig neue Datenquellen wie z.B. Bilder, Tonaufnahmen und Videos. In der Bilderkennung schlägt künstliche Intelligenz seit zwei Jahren die menschlichen Fähigkeiten mit einer Fehlerquote, die bei nur 5 Prozent liegt. Zum anderen beruht der Erfolg von künstlicher Intelligenz auf „Machine Learning“, also schlicht gesagt, der Fähigkeit von Computern „erfahrungsbasiert“ zu lernen. Sie werden also nicht mehr für bestimmte, vorher festgelegte Aufgaben programmiert, sondern „lernen“ aus Beispielen, die sie dann verallgemeinern. Deswegen ist „diversity“ für Computer mit künstlicher Intelligenz so wichtig. Je mehr unterschiedliche Daten sie erhalten zu einem gleichen Thema, desto besser wird ihre Trefferquote. Ansonsten leiden sie, wie wir Menschen auch, an „cognitive bias“, auf gut Deutsch an Vorurteilen.


          In der Tat klingt das in dieser starken Vereinfachung fast wie menschliche Intelligenz. Wir sollten aber die Kirche im Dorf lassen. In einem Gespräch mit einem Google Experten fragte ich, wie weit denn die Transferleistung von künstlicher Intelligenz wirklich geht. Seine Antwort: Derzeit sind wir auf einem Stand eines 2-3-jährigen, und zwar was Bilderkennung, Mustererkennung und Spracherkennung anbelangt. Allein dafür hat Google für in etwa 9 Milliarden Dollar ein eigenes Rechenzentrum gebaut, denn die Rechenkapazitäten reichten nicht aus. Künstliche Intelligenz selbst auf diesem Niveau braucht also große Kapazitäten und ist eng umgrenzt einsetzbar.


          Tatsächlich verhindert unsere Fantasie den nutzbringenden Einsatz von künstlicher Intelligenz, denn auch wenn der Computer eine Transferleistung in einem bestimmten Feld erbringt, kann das Gerät nicht alle anderen Felder bedienen wie wir Menschen.


          Worin liegt aber der Nutzen, wenn tausende Jobs wegfallen? Und sie werden wegfallen. Künstliche Intelligenz wird unsere Arbeitswelt revolutionieren. Viele repetitive Tätigkeiten, die derzeit von viele Menschen verrichten werden, ohne dass sie genau wissen warum und wofür, werden Computer übernehmen und sie besser verrichten als wir Menschen. Wir haben dafür die Chance, uns wieder kreativer und umfassender in unsere Arbeitswelt einzubringen, als die hochkomplexen emotionalen und intelligenten Wesen, die wir sind. Aber was heisst das genau und worin bestehen diese neuen Tätigkeiten? Das zu gestalten, ist unsere Herausforderung.


          Wir unterstützen sie gerne entweder beratend oder auch durch Fortbildung mit den Angeboten unseres Campus bei dieser Reise in die Zukunft. Wir freuen uns auf Ihren Anruf!