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Unser Denkteich

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          02.03.2018

          Fragen der Ethik im digitalen Zeitalter

          Ethik im digitalen Zeitalter, also die Frage nach den Voraussetzungen und der Bewertung menschlichen Handelns, hat uns bei Semler Company in den letzten Wochen verstärkt beschäftigt. Nicht nur, weil ich das2017 erschienene Buch „Origin“ von Dan Brown gelesen habe, das fiktiv die Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz erkundet. Es schliesst mit der leicht schockierenden Festellung, dass Künstliche Intelligenz zwar immer menschenähnlicher werden kann, aber per se nicht nach menschlichen Moralvorstellungen funktioniert.


          Sondern auch weil einige renommierte Forschungsstätten, darunter die University of Oxford, University of Cambridge, Open AI und das Future of Humanity Institute, ein White Paper veröffentlicht haben, das die Nutzung von künstlicher Intelligenz als gigantisches Sicherheitsrisiko für Menschenbeschreibt und Gegenmaßnahmen empfiehlt. https://maliciousaireport.com/


          Und weil wir schon Ende letzten Jahres lesen konnten, dass China ein Bonus-Malus-System für seine Bürger testet, mit dem es seine Bürger, bewertet, erzieht, und natürlich überwacht. Es soll 2020 soll großflächig ausgerollt werden. http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-11/china-social-credit-system-buergerbewertung , http://theconversation.com/chinas-dystopian-social-credit-system-is-a-harbinger-of-the-global-age-of-the-algorithm-88348


          Unbestritten ist, dass digitale Technologien und insbesondere auch Künstliche Intelligenz schon jetzt großen Nutzen bringen und in Zukunft bringen werden. DeepL oder GoogleTranslate funktionieren jetzt schon ziemlich gut. (Lernende) Erkennungssoftware wird unter anderem in Bereichen wie Sicherheit und Gesundheit eingesetzt (siehe z.B. https://flyinghealth.com/de/ ). Gerade im Gesundheitsbereich werden digitale Technologien stark dazu beitragen, Krankheiten wie Alzheimer früher diagnostizieren zu können und radikal Kosten reduzieren—zu unser aller Wohl. Deutschland ist auf den vorderen Plätzen, was den Einsatz von Robotern betrifft. Laut Handelsblatt, gab es pro 10.000 Angestellte in Fertigungsbetrieben der Bundesrepublik 2016 etwa 309 Roboter, die Arbeitnehmer von repetitiven Aufgaben befreien.


          Aber wie bei allen revolutionären Entwicklungen gibt es noch eine andere Seite der Medaille, und die lässt doch ein mulmiges Gefühl zurück. Denn die Risiken beginnen wir gerade erst zu überblicken. Oder vielleicht eher: Die meisten von uns sind noch nicht einmal in der Lage, sie sich vorzustellen. Wie die Lektüre des schon zitierten „Malicious AI Report“ deutlich macht. Und das hinterläßt ein Gefühl von Ohnmacht und, ja, Gefährdetsein.


          Der Report gibt einige Empfehlungen, die vor allem eines zeigen: Es wird keine einfache Lösung geben und wir sind alle gefragt -- die, die in der Wirtschaft und in öffentlichen Instutionen arbeiten, aber auch wir als Otto-Normal-Bürger. Wir müssen uns mit den Vorteilen, aber auch den Gefährdungen des digitalen Zeitalters auseinandersetzen und eine Kultur der Verantwortung entwickeln.


          Wir sind weltweit gefragt, uns Wissen zu den Möglichkeiten des digitalen Zeitalters anzueignen, es zu reflektieren und uns intensiv mit Fragen der Ethik auseinanderzusetzen. Und zwar viel intensiver als wir es in den vergangen Jahrzehnten unternommen haben. Wir alle sind in gewisser Weise gefragt zu Philosophen zu werden, die weniger mit Be- und Verurteilung arbeiten und mehr mit Reflexion von Konsequenzen und Implikationen. Nur so werden wir Menschen in der Lage sein, das Beurteilen von ethischen Grauzonen zu üben und uns einen Verhaltenskompass anzueignen, der diesem Zeitalter angemessen ist.


          Das wird für uns alle anstrengend—aber wir helfen Ihnen gerne beim Üben, z.B. mit unserem Seminarangebot „Ethik im digitalen Zeitalter“.