Auf dieser Website wird das Besucheraktions-Pixel von Facebook für statistische Zwecke verwendet. Mit Hilfe eines Cookies kann so nachvollzogen werden, wie unsere Marketingmaßnahmen auf Facebook aufgenommen und verbessert werden können. Über Ihr Einverständnis hiermit würden wir uns sehr freuen. Informationen zum „Besucheraktions-Pixel“, zu Cookies und dem Ihnen zustehenden Widerspruchsrecht erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie Ihre Cookie-Einstellungen ändern. Wenn Sie auf "Cookies akzeptieren" klicken, stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.

BLOG

Unser Denkteich

Sie möchten einen Eindruck gewinnen, was wir zu Trends denken oder Themen, die Sie im Alltag bewegen? Sie brauchen gelegentlich Inspiration oder wollen wissen, an was wir gerade arbeiten? Dann sind Sie hier richtig. 

          06.04.2018

          Was hat agiles Arbeiten mit Innovation zu tun?

          Der Ruf nach „agilen Organisationen“, „agiler Arbeitsweise“ und „mehr Effizienz“ bei „höherer Innovationskraft“ ist laut. Dennoch können wir uns manchmal des Eindrucks nicht erwehren, dass sehr unterschiedliche Dinge mit diesen Schlagworten verbunden werden. So steht agil, beispielsweise, oft nicht für eine klar definierte Form von Teamarbeit, die für bestimmte Anforderungen sinnvoll ist, sondern für ein eher vages Gefühl von „die Abläufe müssen schneller und unkomplizierter sein“, „flachere Hierarchien“ oder so ähnlich.

          Das führt dazu, dass agiles Arbeiten in Umfeldern eingeführt wird, die eigentlich nicht dafür geeignet sind. Und die drastischen Veränderungen, die diese Art der Teamarbeit in Führungskultur, Stakeholder Management und Teamkultur verursachen, entweder unzureichend oder gar nicht begleitet werden. Als wir in einem hochvolatilen Umfeld, das von agilen Teams profitiert hätte, der zuständigen Führungskraft sagten, sie könne dann nicht mehr einfach so „etwas ins Team kippen“, sondern müssen dann anders arbeiten und gemeinsam mit den Team die Anforderungen noch einmal überarbeiten, war die Entscheidung schnell gefallen. Die zunächst positiv gestimmte Führungskraft sagte schlicht „kommt nicht infrage“. Damit scheitern Einführungen agilen Arbeitens insbesondere ausserhalb des IT-Umfeldes häufig und verkommen zu einer Feigenblattinitiative.


          Und wo ist agile Teamarbeit sinnvoll? Sie legt die Betonung auf iteratives Vorgehen innerhalb eines klar definierten Arbeitsprozesses und sie braucht cross-funktionale Teams. Sie fokussiert auf die Herstellung eines nutzbaren Produktteils (Minimum Viable Product), eine Prototypenlogik oder die Fähigkeit, schnell auf Veränderungen in den Anforderungen einzugehen. So zu arbeiten ist sinnvoll in Umfeldern die „VUCA“ sind, also volatil, unsicher, komplex und mehrdeutig. Umfelder, wo sich Dinge schnell ändern oder etwas schnell an die Rampe gestellt werden muss—und eine 70-80% Lösung reicht, um getestet zu werden. Produktperfektion ist nicht erstes Ziel von agilem Arbeiten, sondern Nutzbarkeit, usability. Nachgeschärft wird in darauf folgenden Sprints, in denen erstes Nutzerfeedback nützliche Hinweise zur Weiterentwicklung gibt.


          Dass Buchhaltung nicht der geeignete Ort ist, um agiles Arbeiten auszuprobieren, liegt damit auf der Hand. Wohl aber beispielsweise die Forschungs- und Entwicklungsabteilung, die auf neue Ideen angewiesen ist. Bei F&E, des Bereichs in Unternehmen, der für Schrittinnovation (also Weiterentwicklung) wie auch Sprunginnovation (ein völlig neues Produkt) zuständig ist, hat sich inzwischen weitestgehend ein Stage- oder Quality-Gate-Prozess durchgesetzt, in dem an bestimmten Haltepunkten verschiedene Parameter überprüft werden und Nicht-Erfüllung zum Ende der Produktidee führt. Klingt erst einmal nicht so agil. Was aber gerne übersehen wird: Gerade zu Beginn eines Produktentwicklungszyklus führt agiles Arbeiten oder auch andere agile Methoden wie Design Thinking zu der Möglichkeit, Produktideen zu testen mit deutlich geringerem finanziellen Risiko und deutlich stärker ausgerichtet an dem potentiellen Kundenbedürfnis. Letzteres entscheidet am Ende über Erfolg oder Mißerfolg. Innovationskraft kann also gesteigert werden durch agile Arbeitsmethoden.


          Das heisst allerdings auch, dass der „klassische“ Stage-Gate-Prozess an bestimmten Stellen der Modifikation bedarf, um diese Art der Produkt(ideen)entwicklung zu integrieren. Und es heisst, dass Organisationen sich den Herausforderungen stellen müssen, die diese Art zu arbeiten, an Führungsfähigkeiten, bereichsübergreifende Kollaboration (inklusive Teilen von Ressourcen und Performance Management), Konfliktfähigkeit, Stakeholder Management und Aushalten von Unsicherheit mit sich bringt.


          Wir unterstützen Sie gerne auf diesem Weg!